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Smalltalk

20. September 2017 - Wissenwertes

Smalltalk erfüllt immer einen gewissen Zweck

Gemeinhin ist der Begriff „Smalltalk“ für eine eher unverbindliche, oberflächliche Konversation geläufig. Deshalb ist er häufig negativ besetzt. Es ist jedoch entscheidend davon abhängig, welche Bedeutung man dem Smalltalk beimisst und von der Erwartungshaltung, die wir bei der Begegnung mit anderen Menschen haben, die uns zunächst einmal fremd sind.

Der Smalltalk erfüllt immer einen gewissen Zweck, ist demokratisch und hat wichtige soziale Funktionen. Treffen wir Menschen zum ersten Mal sprechen wir regelmäßig gerade nicht über tiefsinnige oder sehr persönliche Themen. Vielmehr bauen wir mit Hilfe des Smalltalks zunächst die Distanz zu dem Anderen ab- über gesellschaftliche und soziale Grenzen hinaus. Das gilt selbst dann, wenn wir zu diesem Menschen keine dauerhafte Beziehung pflegen möchten oder es sich um eine bereits gestörte Beziehung handelt. Mit der Konzentration auf unverfängliche Themen werden größere Katastrophen bei diesen Begegnungen verhindert.

Ob es uns nun gefällt, oder nicht: Schweigsame Eigenbrödler erscheinen im Allgemeinen wenig attraktiv. Zusätzlich entsteht in vielen Situationen, in denen wir mit fremden Menschen konfrontiert sind dann ein Zwang, etwas zu sagen, wenn das Schweigen zur Belastung wird. Dies ist umso mehr der Fall, je geringer der räumliche Abstand ist, je weniger sich die Beteiligten kennen und je länger die Situation andauert.

Im beruflichen Kontext ist der gekonnte Smalltalk praktisch unumgänglich. Sei es mit Kollegen, Institutionen, Vorgesetzten, Kunden oder Lieferanten. Mit Hilfe des Smalltalks machen wir uns mit Anderen bekannt, bereiten eine angenehme Gesprächsatmosphäre vor oder überbrücken schlichtweg Wartezeiten. Ein geschicktes Smalltalk Verhalten ist Arbeit am eigenen Image und unerlässlich für den Aufbau eines belastbaren Netzwerkes. Es macht nicht nur sympathisch, sondern ist in hohem Maße der eigenen Karriere förderlich.

Geeignete Smalltalk Themen jenseits vom Wetter
Natürlich gibt es Smalltalk Klassiker wie Gesundheit, Prominente, Beruf oder Fußball. Ein gelungener Smalltalk setzt voraus, dass Andere unterhalten werden und nicht das Reden als Selbstzweck genutzt wird. Beliebt sind regelmäßig die eigenen Pleiten, Pech und Pannen- notfalls auch die seiner Mitmenschen. Aber auch die kleinen Alltagsgeschichten, die etwas Humoristisches, Exotisches, Skurriles, Überraschendes oder Interessantes innehaben, nehmen Ihre Zuhörer dankend auf. Wichtige Voraussetzung ist, dass das gewählte Thema positiv besetzt ist und der Inhalt ohne Vorwissen problemlos verstanden werden kann.

Vermieden werden sollten regelmäßig kontroverse oder negativ besetzte Themen wie beispielsweise radikale Bekenntnisse oder anstößige Bemerkungen. Fehl am Platz sind auch psychische Erkrankungen oder Diskussionen über das eigene Gehalt. Ein wenig Klatsch und Tratsch ist sicher erlaubt, solange es nicht ehrverletzend oder vertrauensmissbräuchlich ist.
Unabhängig davon, wie man selbst zu dem kleinen Schwätzchen am Rande steht: Am Anfang auch der besten und langfristigsten Beziehung stand vermutlich Eines: der Smalltalk!

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