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Bitte lächeln

20. September 2017 - Wissenwertes

Bitte lächeln

Es ist ein verregneter Frühlings- Sonntag in Ostberlin. Im Ergebnis entwickelt sich mein geplanter Trödelmarktbesuch weit unangenehmer als ich noch vor wenigen Stunden gehofft habe. Gegen die nasse Kälte kann nur ein heißer Kaffee helfen- denke ich zumindest und steuere zielsicher eine nahegelegene Cafeteria an. Beim Bezahlvorgang meines „Coffee to go“ verweist mich der Inhaber auf die Preistafel hinter ihm.
„Wenn ich nun noch ein Lächeln von Dir bekomme, wird Dein Kaffee günstiger“. Es dauert einen nennenswerten Moment, bevor der Groschen bei mir fällt und ich dieses sympathische Geschäftsmodell verstehe.

Warum lächeln wir?
Lange Zeit blieb unklar, ob es sich bei einem menschlichen Lächeln um einen reflexartigen Ausdruck der eigenen Gemütslage handelt oder tatsächlich dem Bereich der Kommunikation zuzuordnen ist. Verhaltensforscher des Max Planck Institutes sind dieser Frage auf den Grund gegangen. Anhand eines Experimentes wurden Personen, deren Lächeln von den Probanden als aufrichtig bewertet wurde, als besonders vertrauenswürdig eingestuft.

Die Fähigkeit zu Lächeln wurde uns sprichwörtlich in die Wiege gelegt und erfüllt im sozialen Zusammenleben zwischen Menschen diverse Aufgaben wie das Schließen von Freundschaften oder Offenbarung der eigenen Gefühlswelt. Wenn uns Jemand anlächelt, aktiviert dies unser Belohnunsgzentrum im Gehirn und löst positive Empfindungen aus.
Deshalb lächeln wir nicht nur aus reiner Höflichkeit zurück. Wir können schlichtweg nicht anders.


Geschäftsmodell: Lächeln

 Kleines Lächeln, große Wirkung!

Ein Lächeln kostet zunächst nichts. Im Geschäftsverkehr entscheidet es jedoch häufig über Sieg oder Niederlage. Ein Lächeln wirkt entwaffnend und unser Gegenüber fühlt sich wohler und kann ruhigere Entscheidungen treffen, als bei einem sehr ernsthaften Gesprächspartner. Sozialpsychologische Untersuchungen der Friedrich- Schiller- Universität in Jena belegen sogar: ein ehrlich gemeintes Lächeln gepaart mit einer ausgeprägten Kundenorientierung ist für die Kundenzufriedenheit entscheidender als fundierte Fachkompetenz.

Der persönliche Profit?!
Ist ebenfalls nach wissenschaftlicher Erkenntnis unbestreitbar. Selbst, wenn wir uns schlecht fühlen, muntert uns sogar ein leicht erzwungenes Lächeln auf. Außerdem verlängert häufiges Lächeln das Leben und verringert die Scheidungsraten.

Apropos, das Lächeln der Mona Lisa
Ist überhaupt kein Lächeln. Ein echtes Lächeln erkennt man an dem Gesamtkontext der Mimik Beim Betrachten eines Porträts schauen wir zuerst auf die Augen. Mona Lisas Mund befindet sich im periphären Bereich des Betrachtungswinkels. Das menschliche Auge nimmt in diesem Bereich weniger Details wahr und die Schatten unter den Wangenknochen erscheinen wie ein Lächeln. Dieser Eindruck verschwindet, sobald sich der Blick auf die Lippen richtet. Mona Lisa lächelt also nur, so lange wir nicht genau genug hinschauen.

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Den Namen dieser hübschen Cafeteria habe ich beim Betreten kaum registriert. Aber Rolf hat für mich diesen verregneten Vormittag ein kleines bisschen heller gemacht und mich zu diesem Artikel inspiriert. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass der Kaffee ebenfalls ausgezeichnet war und Ihr Friedrichs Kost & Kaffee in der Niederbarnimstrasse 16, unweit vom Boxhagener Platz in Berlin Friedrichshain findet (Hinweis: hierbei handelt es sich um ehrlich verdiente Schleichwerbung).

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