Mein Date mit Drew

Beginn einer Filmkarriere

Brian Herzlinger ist ein US- amerikanischer Filmproduzent und in Deutschland gänzlich unbekannt. Aber sein beachtlicher Werdegang, mit dem er sich durch Einfallsreichtum und Beharrlichkeit gleich mehrere Träume erfüllt hat, sollte erzählt werden.

Brians Geschichte beginnt im Jahr 1982 in Brooklyn. Damals begeistert E.T.- der Außerirdische die Massen. Die Begeisterung des damals sechsjährigen Brian bezieht sich – mehr noch als auf den Film an sich – auf das kleine Mädchen, das eine Hauptrolle innehat: Drew Barrymore. Inspiriert, beschließt Brian später ebenfalls eine Filmkarriere anzustreben.

Der Traum lebt weiter und Brian macht 1997 tatsächlich seinen Bachelor in Kino und Fotografie am Ithaca College im Staat New York. Allerdings bleibt die Karriere aus und Brian hält sich mit Kurzfilmen und Jobs als Produktionsassistent über Wasser.

Im Alter von 27 Jahren hat Brian weder einen Job noch eine Freundin. Gemeinsam mit einigen Bekannten nimmt er an der amerikanischen Fernsehspielshow „Taboo“ teil. Wie bei dem deutschen Pendant ist Ziel dieses Spiels, seinem Team einen Begriff unter Ausschluss wichtiger Tabu Wörter zu erklären. Fast prophetisch erhält Brian in der entscheidenden Runde den Begriff „Drew Barrymore“ und fährt für sein Team den Sieg ein.

Brian folgt dem Wink des Schicksals. Außer den in der Spielshow gewonnenen 1.100 Dollar ist er praktisch mittellos. Aber er möchte es einsetzen, um seinen Kindheitstraum zu erfüllen. Die Mission: ein Date mit Drew Barrymore. In 30 Tagen. Gleichzeitig möchte Brian eine Dokumentation über seine Bemühungen drehen.

In einem Elektromarkt erwirbt er mit geliehenem Geld eine Kamera mit der Absicht, sein 30-tägiges Rückgaberecht voll auszuschöpfen und sie wieder zurück zu bringen. Außerdem bereitet er sich mit Hilfe einer Personal Trainerin auf das Date vor, um eine möglichst attraktive Erscheinung abzugeben.
Dann beginnt die eigentliche Arbeit. Er bemüht alle seine Bekanntschaften aus der Filmindustrie in der Hoffnung, irgendeine Verbindung zu Drew zu finden. Im Anschluss produziert er einen Trailer für den geplanten Film. Dafür castet er eigens Schauspielerinnen, die Drew ähnlich sehen und sendet ihn an die von Drew gegründete Produktionsfirma Flower Films.

Nachdem sich alle diese Bemühungen als vergeblich herausgestellt haben, schleicht Brian sich an Tag 27 mit Hilfe eines gefälschten Presseausweises auf die Aftershow Party der Premiere für „Drei Engel für Charlie“ ein. Es gelingt ihm zwar, einen Satz mit Drew zu sprechen, seinem eigentlichen Ziel kommt Brian an diesem Abend jedoch nicht näher.

Aber die Ereignisse geben ihm neue Motivation. Binnen 24 Stunden erstellt Brian mit seinen Freunden eine Webseite, auf der sie den Trailer und das großes Ziel veröffentlichen (www.mydatewithdrew.com). Mit Hilfe von Zeitungen, Plakaten und sogar dem Radio, machen sie im Anschluss die Webseite bekannt.
Währenddessen stürzt der Server der Webseite ab und geht bis zum Ende der Frist nicht mehr online. Zusätzlich melden Zeitungen, dass Drew plant, zu heiraten. Das Projekt scheint gescheitert und Brian muss die Kamera ins Geschäft zurückbringen.

In der Folgezeit findet Brian eine neue Anstellung, die ihn zunächst beschäftigt, als er eine Entdeckung macht: die Webseite ist zwischenzeitlich online und täglich melden sich hunderte Menschen aus der ganzen Welt, die ihn unterstützen möchten.

Das beflügelt Brian; er erwirbt eine neue Kamera um seinen Film zu Ende zu bringen. Durch die virale Verbreitung seiner Geschichte durch die Webseite interessieren sich nun auch Verlage und Fernsehen für das Thema. Der Durchbruch erfolgt an Tag 87: Brian bekommt sein Date mit Drew!
Es sollte nicht sein einziges Treffen mit Drew bleiben; Brian ist mittlerweile ein gefragter Produzent, der bereits mit vielen Hollywoodgrößen gearbeitet hat. Heute – am 19. Februar – ist sein 39. Geburtstag.

In einem Interview für das Buch „The film that changed my life“ von Robert K. Elder, in dem 30 Produzenten über die Filme sprechen, die Ihre Karrieren maßgeblich beeinflusst haben, sagt Brian: „I think it gave us permission to believe, and I´ll tell you right now, one of my biggest things as a person, as a filmmaker, is being able to believe. If I didn´t have that ability, I would have failed at this business“.

Happy Birthday, Brian Herzlinger.

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