Animateur kommt von Animation, oder?

Videoproduktion: Animation

Die deutsche Sprache ist tückisch und schwer zu erlernen. Prominentes Opfer im 19. Jahrhundert war Marc Twain, der sein Scheitern beim Erlernen in seinem Buch „Die schreckliche deutsche Sprache“ zusammenfasst.

Aber nicht nur Fremdsprachlern bereitet die korrekte Benutzung zeitweilig Kopfzerbrechen. Kürzlich ist unsere muttersprachliche sowie dienstälteste Illustratorin in einer email über ein Substantivkomposita gestolpert. Die freundlichen Belehrungen haben dann alle Beteiligten in Kopie erhalten, die in der Vergangenheit in gleicher Weise negativ aufgefallen sind.

Illustratorin:
Der Film ist ja echt schön! (Kompliment an den Herrn Animateur). Die Sounds und Musik sind auch gut eingesetzt.

Projektleiterin:
Ja, hast du auch schon rausgekriegt, dass der Animateur ein Doppelleben führt? Als Motion Designer/Grafiker hier und als Animateur bei Club Med auf Malle… Er macht so Wassergymnastik mit Senioren im Pool zu „Voyage, Voyage“- Klängen..
Also, streicht bitte den Begriff „Animateur“ aus euern Köpfen in Zusammenhang mit der Arbeit
Aber mal zur Klarstellung: Wie schaut denn nun die Tätigkeit eines Motion Designers (m/w) aus?
Motion Design ist ein sehr junges Berufsfeld, das sich im Zuge neuer Möglichkeiten in der Digitalisierung von Medien aus dem Kommunikationsdesign entwickelt hat. Dabei ist die Tätigkeit des Motion Designers einer der abwechslungsreichsten in der Medienbranche und ist in vielen Bereichen gefragt. Neue Erzählinhalte erfreuen sich insbesondere im Internet einer stetig wachsenden Beliebtheit und eröffnen neue Perspektiven.

Ein Motion Designer haucht in einer innovativen Erzählform statischen Bildern Bewegung ein und beachtet dabei, welche Informationen und Emotionen die Bilder in ästhetischer Weise an die gewünschte Zielgruppe übermittelt werden sollen.
Motion Design ist bewegte Begeisterung! Was so flüssig daherkommt, ist jedoch nicht zu unterschätzen! Für eine zwei dimensionale Animation sind bis zu 25 Einzelbilder pro Sekunde erforderlich. Ein zweiminütiger Film besteht demnach aus 3.000 Einzelbildern.
Für heute sind wir einstweilen froh, dass wir wieder ein Mysterium aufdecken konnten und werden den Begriff „Animateur“ nicht mehr innerhalb Berlins verwenden!

 

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