Storytelling

Storytelling

Stories are the creative conversion of life itself into a more powerful, clearer, more meaningful experience. They are the currency of human contact. — Robert McKee

Geschichten bestimmen unseren Alltag. Lebensgeschichten, Erfolgsgeschichten oder legendäre Misserfolge. Lustige Geschichten und manchmal auch traurige. Oft sind es sogar schier unglaubliche Geschichten. So wie die von Goldman Sachs zum Beispiel. Das Geschäftsgebaren dieses Wall Street Unternehmens liest sich wie ein Krimi: Da werden faule Immobilienkredite an Anleger verkauft und gleichzeitig wird auf deren Wertverlust gewettet. Kunden werden als „Vollidioten“ bezeichnet, weil sie genau das tun, wozu die Investmentbanker sie bringen, nämlich anlegen. Zu verdanken haben wir diese Einblicke einem ehemaligen Broker. Martin Scorsese hat sich des Themas angenommen und „The Wolf of Wall Street“ erzählt vom Aufstieg und Fall eines Wall Street Brokers, nicht ohne die für Scorsese typische Überzeichnung bis ins Groteske. Ganz nebenbei lernen wir etwas über die Welt der Investionsbanken, mit der wir uns vorher nicht so wirklich beschäftigt haben.

Menschen lieben Geschichten. Schon zu Urzeiten saßen sie in Höhlen und erzählten sich Geschichten am Feuer. Wenn Menschen kommunizieren verfolgen sie ein Ziel. Dabei kommt es nicht darauf an, wer kommuniziert, sondern wie etwas vermittelt wird. Egal ob Sie verkaufen, lehren, pitchen, schulen oder beraten. Erzählen Sie eine gute Geschichte und Sie werden gehört. Viel mehr sogar: das Gesagt wird verinnerlicht und behalten.

Das „Story“ in Storytelling

Beim Storytelling wird mehr als der reine Inhalt transportiert. Deshalb spielen gute Geschichten in der Welt des Marketings eine so tragende Rolle. Jede Geschichte enthält neben der Information auch einen emotionalen Wert. Der Grundgedanke dieser emotionalen Ansprache ist das unbewusste Einprägen des Gesagten. Ganz im Sinne der Eselsbrücke, die so manchem Schüler Himmelsrichtungen oder Namen von Flüssen einprägen, werden Produkte oder Dienstleistungen mit (guten) Geschichten verknüpft. Diesem Effekt geht allerdings noch ein weiterer voraus. Interessante Geschichten werden gern gehört beziehungsweise gesehen, sprich der Zugang zum Thema wird erleichtert. Der Rezipient wird dort abgeholt, wo er steht und kann sich – bis zu einem gewissen Grad – berieseln lassen.

Welchen Vorteil bringt es also uns und unserer Zielgruppe, wenn wir anstelle von einfachen Aussagen, Fragestellungen, Argumenten und Schlussfolgerungen einfach eine Geschichte erzählen?

Sachinformationen in eine Geschichte zu verpacken, ermöglicht den Blick aufs große Ganze. Eine abstrakte Angelegenheit wird konkret und somit viel besser fassbar. In Geschichten finden wir uns wieder und Unbekanntes wird einfach erlebbar und nachvollziehbar. Durch unterhaltsame Aufbereitung wird ein möglicher Wissensvorsprung des Erzählers relativiert und die Kommunikation findet auf einer gleichberechtigten Ebene statt. Das fördert nicht nur das Verständnis, sondern ebenfalls einen umfassenden Identifikationsprozess. Storytelling lädt zum Mitfühlen ein und ist ein besonderes Beziehungsangebot an unseren Kommunikationspartner.

Es ist eine Kunst, eine gute Geschichte zu erzählen. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie in wenigen Sätzen oder als Mehrteiler daherkommt. Ob sie über direkte Kommunikation, als Social Media Eintrag oder als Video (wofür wir naturgemäß plädieren!) erfolgt. Entscheidend ist die Umsetzung, die Relevanz und nicht zuletzt die Glaubwürdigkeit für die Zielgruppe.

Beim Storytelling geht es um Geschichten, nicht um Märchen! Storytelling hat gerade nichts mit Übertreibungen oder gar selbst erdachten Sachverhalten zu tun. Auch die Verwendung von abgenutzten Metaphern macht noch lange keine Geschichte aus. Denken Sie daher im Vorfeld darüber nach, was Sie Ihrer Zielgruppe vermitteln möchten und welchen Nutzen sie daraus ziehen kann. Drumherum bauen Sie dann eigene Erlebnisse, Emotionen, Best- Practice Beispiele und gern auch einen erlittenen Schiffbruch.

Somit ist eins klar: Fakten sind unabdingbar, allerdings sollten sie nicht als Vortrag daherkommen. Das hat Barbara Greene sehr treffend beschrieben: „If you tell me, it’s an essay. If you show me, it’s a story.“ Also zeigen Sie es Ihrer Zielgruppe und zwar mit unterhaltsamen Geschichten!

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